Durchsuchen

Wissenswertes und Geschichte

Kalocsa - Stickerei

 

Kalocsa ist eine Kleinstadt in Süd - Ungarn mit 18.297 Einwohnern und eine der ältesten ungarischen Städte

überhaupt. Sie ist das Zentrum einer agrarisch orientierten Region.

   

          

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts findet man hier eines der berühmtesten Paprikaanbaugebiete.

Als die Erträge anfangs nur für den eigenen Gebrauch genutzt wurden, so löste Kalocsa Anfang des

20. Jahrhunderts Szeged als Zentrum der ungarischen Paprika - Industrie ab und ist bis heute das weltgrößte

Anbaugebiet für Paprika.

 

Kalocsa ist auch wegen seiner wichtigen Traditionen, wie die Volkskunst und das Handwerk bekannt

und gefragt. Aus der Baukunst der von Kalocsa im Jahre 1898 unabhängig gewordenen kleinen Dörfer

entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts die auch heute noch bekannte, natürliche Pflanzenmotive

benutzende Kolcsauer Volkskunst heraus. Holzschnitzerei, Töpferei, Wandmalerei und Textilien sind hier zu

finden. Wandmalerei und Stickerei machten die Kleinstadt und ihre Gegend, das Sárköz weltbekannt.

 

Die Kunst der Kalocsa - Stickerei entstand in der zweiten Hälfte des des 19. Jahrhunderts.

Ursprünglich war die Näharbeit nur weiß und die Stickereimuster wurden bloß durch Löcher gebildet.

Ende des 19. Jahrhunderts lief diese Kunst kreative Innovationen durch und wurde mehr und mehr bunt.

Die Farbe der traditionellen Kostüme und Kleider änderte sich mit dem Alter der Personen, die sie trugen.

Die bunteste ungarische Stickerei wurde damals nur von der Braut getragen.

 

Die Stickerei von Kalocsa gehört zu den Volksstickerei - Gruppen bei denen Freihand - Zeichnungen und

gemischte Stile der Nähte verwendet werden.

Dies bedeutet auch, dass es in seinem eigentümlichen Stil nicht an eine Form, Farbe oder Stitching -

Technik gebunden ist. So findet man selbst unter rhythmisch wiederholten Motiven Variationen.

Charakteristisch für das Original der Volksstickerei von Kalocsa ist, dass gleiche Motive in Zeichnung und

Farbe nicht zwei Mal existieren. Auch wenn ein Motiv auf den ersten Blick symmetrisch aussieht, so erkennt

man bei genauerem Hinsehen Unterschiede in der Zeichnung und in den Farben der Muster.

Es ist unmöglich die Motive der Volkskunst von Kalocsa wegen der unzählig verwendeten Varianten zu zählen,

aber es wurden ungefähr 529 Grundmotive gesammelt.

© 2012 Alle Rechte vorbehalten.